Ich schreibe gerade an diesem Buch, Arbeitstitel Himmelswesen, weil sich in meinem Leben zwei Denkweisen begegnet sind, die normalerweise streng voneinander getrennt werden: die wissenschaftliche Neugier und die erzählerische Lust am Unmöglichen.
Auf meiner Reise durch Wissenschaft, Geschichte, Archäologie, Mythologie und moderne Grenzphänomene bin ich immer wieder auf Spuren gestoßen, die für sich genommen erklärbar oder zumindest diskutierbar sind — der abrupte Einschnitt des Younger Dryas, weltweite Flutüberlieferungen, Paradies- und Ursprungsmythen, Götter, Wächter und Kulturbringer, rätselhafte Monumentalbauten und schließlich die heutige, wieder offiziell gewordene Frage nach UFOs. Nichts davon beweist für sich genommen eine große verborgene Wahrheit. Aber zusammengenommen bilden diese Themen eine ziemlich hartnäckige Unruhe. Und irgendwann stellt man fest: Die geht nicht mehr weg, nur weil man seriös die Stirn runzelt.
Ich habe Wissenschaft gelernt, komme zudem aus dem Film und aus der Fiktion. Projekte wie Die Eylandt Recherche haben mir gezeigt, dass Fiktion nicht bloß Erfindung ist, sondern auch ein Denkwerkzeug. Sie erlaubt es, Fakten in eine Form zu bringen, Zusammenhänge probeweise ernst zu nehmen, Perspektiven zu verschieben und eine Frage so weit um die Ecke zu denken, bis plötzlich etwas sichtbar wird, das in einer rein sachlichen Darstellung verborgen bleibt.
Aus dieser Verbindung entstand die Idee zu diesem Buch: wissenschaftliche Fakten, historische Brüche und mythologische Erinnerungen kreativ zu interpretieren, ohne sie zu verfälschen. Nicht um Fake zu erzeugen. Nicht um Gewissheit zu behaupten. Sondern um ein Modell zu bauen — eine Theorie, die vielleicht nicht vollständig stimmt, aber möglicherweise einen Teil der Wahrheit berührt. So beginnen viele Theorien: mit dem unbequemen Gefühl, dass getrennte Dinge plötzlich dieselbe Form annehmen.
Im Zentrum steht die Frage, ob die Menschheit vor rund 12.800 Jahren nicht nur eine klimatische und kulturelle Katastrophe erlebt hat, sondern ob sich in den ältesten Mythen eine beschädigte Erinnerung an etwas Größeres erhalten haben könnte: an Auswahl, Bewahrung, Rückkehr; an Eden nicht als Paradies, sondern als kontrollierten Ort; und an Wesen, die in alten Texten als Götter, Wächter, Söhne Gottes oder Kulturbringer erscheinen. Klingt verrückt? Ja. Aber manchmal lohnt es sich, eine verrückte Frage sauber zu stellen, statt eine saubere Frage langweilig zu beantworten.
Ein persönlicher Auslöser war zudem eine UFO-Sichtung, die ich selbst erlebt habe und bis heute nicht zufriedenstellend erklären kann. Sie war nicht der Beweis für dieses Buch. Aber sie war der Riss in der Wand — der Moment, in dem ich begann, bestimmte Fragen nicht mehr vorschnell wegzuschieben. Auf diese Sichtung verweise ich, weil sie erklärt, warum dieses Thema für mich nicht bloß intellektuell ist. Es ist auch persönlich.
Himmelswesen formuliert eine kühne These, aber es tut das nicht gegen die Wissenschaft, sondern mit ihr — und mit einem Augenzwinkern. Es ist der Versuch, wissenschaftliche Fakten, Mythos, Katastrophe, Erinnerung und moderne Himmelsphänomene so zusammenzudenken, dass daraus kein Fake entsteht, sondern ein Gedankenmodell. Vielleicht ist es falsch. Vielleicht ist es teilweise richtig. Oder stimmt es gar? Wer weiß. Vielleicht ist es aber einfach nur ein sehr guter Spiegel, den man der Wissenschaft einmal schräg vorhalten sollte. Genau dort beginnt für mich der Spaß.