Seit 1978 reise ich nach Mallorca, seit dem Jahr 2000 habe ich eine Finca bei Llucmajor. Irgendwann reichte es mir nicht mehr, nur zu wissen, wie es hier aussieht. Ich wollte wissen, warum.

Daraus wird ein Buch: keine Chronik, kein wissenschaftliches Werk, kein Reiseführer, sondern ein Lesebuch über eine alte mallorquinische Stadt, die man von der Durchfahrtsstraße aus leicht übersieht. Es erzählt von Menschen, die vor fünftausend Jahren ihre Toten in Felshöhlen bestatteten, von einem König, der 1349 vor den Toren der Stadt starb, von den Steinbrechern von Galdent, aus deren Marès die halbe Stadt gebaut ist, und von den Schuhmachern, die Schuhe bis nach Havanna verkauften, bis Kuba verloren ging. Es erzählt von der Reblaus, die 1891 zuerst in Llucmajor auftauchte und die Mandelblüte hinterließ, die heute alle fotografieren. Von der Eisenbahn, die 1916 kam, 1964 verschwand und 2032 zurückkehren soll. Und von den Deutschen, die seit ein paar Jahrzehnten hier Häuser kaufen, restaurieren und manchmal auch wieder verkaufen.

Erzählt wird das Ganze von zwei Stimmen. Ich berichte, was sich herausfinden lässt. Na Francinaina, meine Mitautorin, erzählt, was man sich erzählt. Sie wohnt auf dem Puig de ses Bruixes, dem Hexenberg in der Serra de Galdent, ist ein paar tausend Jahre älter als ich und hat zu fast allem eine Meinung, meistens eine andere als ich. Wo wir uns widersprechen, entscheiden die Leser.

Das Buch erscheint als Wendebuch in zwei Sprachen: Von einer Seite beginnt die deutsche Fassung, dreht man es um, die katalanische. Keine Sprache ist der Anhang der anderen, sie treffen sich in der Mitte. Verkauft wird es nicht, es ist ein Geschenk an Llucmajor und an alle, die diesen Ort mögen.

Für das Kapitel über die Deutschen suche ich noch Gesprächspartner: Menschen, die in den 1980er- oder 90er-Jahren hierherkamen, Llucmajorer, die diese Veränderung erlebt haben, und alle, die eine gute Geschichte dazu haben. Wer eine hat, darf sich gern melden.

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